Zeitung Volksstimme berichtet über Blockade

Protest in Salzwedel gegen Hähnchenmastanlagenbau Teplingen
Aktivisten blockieren Tor

Von Antje Mewes

Schreck in der Morgenstunde gestern für die Mitarbeiter der Firma Kieswerk Werner – Containerdienst Salzwedel. Als sie zur Arbeit kamen, fanden sie ans Firmentor gekettete Aktivisten vor. Die Gegner einer geplanten Hähnchen- mastanlage in Teplingen (Niedersachsen) wollten verhindern, dass Baumaterial wie Kies für die Ställe angeliefert wird.

Die Polizei befreite die Blockierer von ihren Fesseln, mit denen sie sich ans Tor gekettet hatten. Foto: Polizei
Salzwedel/Teplingen. „Wir sind zufrieden mit dem Protest gegen die Firma. Ich denke, unsere Botschaft ist rübergekommen“, sagte gestern Sarah Morgenstern aus dem Umfeld der Aktivisten, die sich in aller Frühe an das Zufahrtstor der Firma Werner in Salzwedel gekettet hatten. Mit ihrer Aktion wollten sie gegen einen Hähnchenmaststall für 40000 Tiere in Teplingen protestieren. Sie sehen den Salzwedeler Betrieb als Partnerunternehmen beim Bau der Biogas- und Hähnchenmastanlage. „Wir protestieren hier, um die Firma Werner von der Zusammenarbeit mit den Maststall- investoren abzubringen“, so Clara Nowan, eine der insgesamt zwölf Beteiligten.

„Wir sind zufrieden mit dem Protest gegen die Firma“

„Nachdem die Baufahrzeuge einen anderen Weg gefunden hatten, war die versammlungsrechtliche Aktion beendet“, informierte Kriminalhauptkommissar Frank Semisch. Es habe keine Behinderungen des öffentlichen Straßenverkehrs gegeben. „Da die Demonstranten sich nicht selbst von ihren Fesseln befreien konnten, musste die Polizei entsprechende Maßnahmen treffen“, so Semisch.

Zu diesen Maßnahmen gab es Kritik von den Blockierern. Die Ketten seien per Säge ohne entsprechenden Schutz entfernt worden. „Quasi von den nackten Armen“, berichtete Sarah Morgenstern. Abgesehen davon sei die Aktion auf beiden Seiten friedlich verlaufen.

Wenig Sinn im Protest gegen seine Firma sieht Inhaber Heiko Werner. „Wir werden verantwortlich gemacht, dabei müssen wir nur unseren Lebensunterhalt verdienen“, sagte er und fügte hinzu: „Wenn wir den Kies nicht liefern, macht es ein anderer.“ Für den Bau der Hähnchenmastanlage gebe es ja wohl andere Verantwortliche.

Auch könne sein Unternehmen es sich gar nicht leisten, Aufträge abzulehnen. „Ich muss liefern, damit ich meinen Mitarbeitern ihr Geld zahlen kann. Irgendwo hört der Spaß auf“, sagte er. „Die Baufirmen bestellen das Material, und ich weiß gar nicht in jedem Fall wofür. Ich kann mir nicht aussuchen, für wen ich arbeite“, betonte Werner.

„Müssen unseren Lebensunterhalt verdienen“

Besonders empört ihn, dass in der Stadt Flugblätter verteilt worden sind, auf denen seine Firma verunglimpft werde. Das sei rufschädigend, betonte der Unternehmer. Er rechnet mit weiteren Aktionen gegen sein Unternehmen und hat die Polizei gebeten, am Firmengelände verstärkt Streife zu fahren.


4 Antworten auf „Zeitung Volksstimme berichtet über Blockade“


  1. 1 Matthias Biden 03. Juli 2011 um 2:49 Uhr

    Nun ja, die Firmen, die in gewissen Einrichtungen ’42 gewisse Entsorgungsanlagen gebaut haben, haben genau dieselbe Ausrede gebraucht.

  2. 2 Volkmar Müller 04. Juli 2011 um 10:21 Uhr

    Wir müssen endlich aufhören alles mit dem Grund Geld verdienen zu müssen zu begründen! Damit kann man auch begründen die Verbrennungsöfen für Buchenwald oder Panzer oder Sprengminen zu bauen. Ich hab das so satt! Wann endlich fangen wir an zu Denken bevor wir was machen?
    Volkmar

  3. 3 Laerifari 06. Juli 2011 um 9:13 Uhr

    Hallo, das Laerifari ist ein veganes autonomes Wohnprojekt für Menschen mit Kindern im Münsterland, und im Laufe seines Bestehens zunehmend von Massentierhaltungsanlagen umzingelt worden, obwohl oder gerade weil es hier Platz ohne Ende gibt. Alle Aktivist_innen die die alltäglichen Herausforderungen für Massentierhaltungsanwohner_innen einmal hautnah kennenlernen möchten oder auch nur einen Freiraum von Übergriffen durch Agrarindustrielle suchen sind herzlich eingeladen – am kommenden Samstag den 9.7. feiert das Laerifari sein möglicherweise letztes Hoffest. Kommt alle und bringt eure Utopien mit! Anreisebeschreibung und Flyer siehe laerifari.blogsport.de/termine

  1. 1 Stopteplingen « Tierfabriken verhindern! Pingback am 04. Juli 2011 um 13:15 Uhr
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