PM zur Solidemonstration in Buchholz

„Widerstand lässt sich nicht wegprügeln“
Spontane Solidaritätskundgebung auf dem Buchholzer Wochenmarkt

Der Angriff zahlreicher Landwirte auf ein friedliches Besetzungscamp in Teplingen am Montagabend veranlasste sechs Tierbefreier_innen am heutigen Morgen dazu, sich spontan auf dem Buchholzer Wochenmarkt zu versammeln, um ihre Solidarität mit den Besetzer_innen auszudrücken und deutlich zu machen, dass sich der Widerstand gegen die (Massen-)Tierhaltung und die damit verbundenen ökologischen und sozialen Problemen nicht einfach wegprügeln lässt.

Die unabhängigen Tierbefreiungsaktivist_innen aus Buchholz und Umgebung platzierten sich von 9:00 bis 13:00 Uhr mit einem Infotisch auf dem Buchholzer Wochenmarkt, um die Menschen über die Geschehnisse der vorangegangenen Tage in Teplingen zu informieren. Mit Plakaten und einem Transparent mit der Aufschrift „Widerstand lässt sich nicht wegprügeln“ machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Anlass war ein brutaler Angriff durch ca. 60 Landwirte mit Treckern, Knüppeln, Säure und anderen Waffen am Abend des vorherigen Montags. Dieser richtete sich gegen die am 26.06. gestartete Besetzung eines Bauplatzes auf dem eine Hühnermastanalage errichtet werden soll. „Ich bin schockiert über die sadistische Brutalität mit der die Angreifer_innen gegen die Besetzer_innen vorgingen. So nahmen diese billigend in Kauf, dass durch ihr Vorgehen Menschen schwer oder sogar lebensgefährlich hätten verletzt werden können, z.B. als sie mit Treckern einen meterhohes Dreibein aus Baumstämmen(Tripod) umrissen, auf welchem sich kurz zuvor noch ein Mensch befunden hatte, der sich zwar in letzte Sekunde noch abseilen konnte, aber dennoch einige Meter in die Tiefe stürzte, als ein Angreifer sein Kletterseil kappte.“, so Wiebke Schmidt, eine der Tierbefreiungs_aktivistinnen aus Buchholz. Nun solle deutlich gemacht werden, dass der Widerstand gegen Tierfabriken wie die die in Teplingen gebaut werden soll durch solch brutales Vorgehen nicht zu zerschlagen ist.

Neben den Geschehnissen in Teplingen sollte mit der Spontanversammlung auch auf die Gründe aufmerksam gemacht werden, die Tierbefreiungs- und Umweltaktivist_innen immer wieder dazu veranlassen, gegen (Massen-)Tierhaltung aktiv zu sein. Die Flyer auf dem Infotisch drehten sich rund um die Megaschlachtfabrik die derzeit in Wietze bei Celle gebaut wird und ihre Zuliefererbetriebe. Auch die Mastanlage in Teplingen soll ein solcher werden, ebenso wie die im hier gelegenen Sprötze. Insgesamt benötigt Franz-Josef Rothkötters Celler Land Frischgeflügel GmbH 420 von diesen Anlagen in einem Umkreis von 150 km. Sonst sind die Kapazitäten der Schlachtfabrik, in welcher ursprünglich 27.000 Tiere pro Stunde getötet werden sollen, nicht ausgelastet. Das Ziel der Besetzer_innen in Teplingen ebenso wie der Buchholzer Aktivist_innen ist es, dieses Großprojekt zu verhindern. „Nicht nur dass in der (Massen-)Tierhaltung fühlende Individuen zu Waren degradiert und unter lebensverachtenden Bedingungen gemästet werden, nur um nach wenigen Wochen geschlachtet zu werden. Nahezu sämtliche ökologischen Probleme hängen mit der industriellen Tierhaltung im kapitalistischen Wirtschaftssystems zusammen, ebenso wie soziale, wie z.B. Hungerprobleme und Vertreibung von Indigenen in Futtermittelanbaugebieten.“